Abmahnung des Jahres – Lachen oder fremdschämen?

Lachen? Oder doch lieber fremdschämen? Diese Frage stellte sich mir heute Mittag als ich auf dem Blog von Karsten Windfelder die Geschichte zu dem Titel “ Witzabmahnung von Komsa an 100partnerprogramme.de” gelesen habe.

In kurzen Worten lässt sich die Geschichte wie folgt beschreiben. Mitarbeiter von KOMSA, eine nicht unbekannte Firma in der Telekommunikations und Informationstechnologie Branche, entdeckten beim Surfen immer wieder ihr Firmenlogo auf den verschiedensten Internetseiten. Da die unerlaubte Nutzung des KOMSA-Logos nahelag mahnte die Rechtsabteilung die entsprechenden Seiten mit einer saftigen Rechnung und einem Screenshot der unerlaubten Nutzung ab.


Leider konnte außer KOMSA niemand das Logo entdecken. Der der Abmahung beigefügte Screenshot gab schließlich Aufschluss. Die Firma hat auf ihren Rechnern Adblocker installiert die, statt Werbung, das eigene Firmenlogo erscheinen ließen. Das bemerkte jedoch niemand, und so wurden fröhlich Abmahnungen versandt.

Kaum zu glauben, oder? Aus diesem Grund verbreitete sich diese Nachricht heute auch wie ein Lauffeuer über Twitter und in der Blogosphäre. Ich empfehle euch den Artikel bei Karsten Windfelder nachzulesen, ich denke es wird dem ein oder anderen wie mir gehen. Lachen oder lieber fremdschämen?

Neben dem lustigen Aspekt, es ist ja wirklich ein Bilderbuch-Eigentor für ein Unternehmen, macht mich diese Geschichte aber auch sehr nachdenklich. Es bestätigt meine Gedanken dass es  für Unternehmen mittlerweile normal ist sofort mit der Abmahnkeule auf alles verdächtige einzuschlagen. In Zeiten von Social  Media und Web 2.0 steht in meinen Augen aber die Kommunikation im Mittelpunkt. Jedoch ist davon in diesem Falle nichts zu erkennen. Bereits ein kurzer Telefonanruf hätte diesen Fauxpas vermutlich verhindert. Ich hoffe sehr dass sich andere Unternehmen dieses Missgeschick von KOMSA als Beispiel nehmen und künftig vielleicht erst einmal das Gespräch suchen bevor existenzzerstörende Abmahnungen mit horrenden Streitsummen verschickt.

KOMSA hat sich immerhin umgehend bei Karsten Windfelder und anderen Betroffenen entschuldigt und hofft nun auf Verständnis für diesen Fehler. Schade nur das dieses Verständnis anderen Internetnutzern nicht entgegengebracht wird und erst mal abgemahnt wird.

Was haltet ihr von der Geschichte?

Kleines Update: Heute hat Karsten Windfelder unter dem Titel “ Die komsa-Abmahnung – 24 Stunden später ” eine Übersicht veröffentlicht die mit Zahlen belegt welche Wellen die Abmahnung geschlagen hat. Mittlerweile haben schon  Spiegel Online und heise darüber berichtet.  Und sogar bei Wikipedia ist die Geschichte angekommen. Faszinierend!

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Geschrieben von: Piet und abgelegt unter: BlogosphäreMedien & News

Tags: 100partnerprogramme • Abmahnung • KOMSA • kurios •

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Kommentare (13)

  1. web-newspaper sagt:

    Davon habe ich auch schon auf BasicThinking gelesen, aber ein bisschen dumm ist es schon, weil die müssen ja wirklich auf so gut wie jeder Webseite mit Werbung ihr Logo gefunden haben. Ob das jetzt Bild.de oder ein anderes großes Portal gewesen ist ;)

  2. Michael sagt:

    Habe das vorhin in der Mittagspause aufm Handy im Blog von Karsten Windfelder gelesen, ich dachte, es sei ein verfrühter Aprilscherz ;) Aber Hammer, dass Leute abmahnen ohne nachzudenken ;)

  3. Piet sagt:

    Im ersten Moment dachte ich auch das es nur ein Scherz sein kann, ist aber tatsächlich Ernst.

    Ich muss mir auch mal einen Adblocker besorgen der soetwas kann. Denn mich würde es freuen auf jeder Webseite die ich besuche mein Logo zu sehen. Auch wenn ich weiß dass es nur mir so geht *g*

  4. Michael sagt:

    Hey, das schlimme ist, das ist eine IT-Firma. :)
    Was wohl passiert wäre, wenn die Firmen wie z.B. Microsoft oder Telekom abgemahnt hätten :ugly:

  5. Pascal sagt:

    Irgendwie wirkt’s so, als hätte Komsa das alles mit Absicht gemacht, um ‘n bisschen – wenn auch negative – Werbung zu machen. Das muss denen doch irgendwie aufgefallen sein, dass merkwürdigerweise nahezu jede Seite das Logo irgendwo einblendet. So doof kann man doch eigentlich nicht sein. :D

    Pascal

  6. Dennis sagt:

    Aua, das ist so selten … Ich kann mir nicht vorstellen, dass dahinter Methode steckt. So entblößt sich doch keiner freiwillig, oder?

  7. Piet sagt:

    @Michael Ich glaube spätestens bei solchen Riesen-Unternehmen wäre jemand stutzig geworden.

    @Pascal & @ Dennis Das ist des Pudels Kern. Einige Blogger haben ja bereits eine extrem ausgeklügelte Form von Guerilla Marketing vermutet. Allerdings scheint es wirklich nicht beabsichtigt zu sein. Ist wie ein 6er im Lotto für ein Unternehmen mit angeblich 1200 Mitarbeitern so einen Fauxpas erfolgreich aufs Parkett zu legen.

  8. Seba sagt:

    Muss man nichts zu sagen!

  9. Piet sagt:

    @Seba Muss man nicht, sollte man aber finde ich. Jede Reaktion kann dazu beitragen dass Unternehmen künftig vielleicht etwas besonnener reagieren wenn Sie ihre Schutzrechte bedroht sehen. Wenn nur 1 Unternehmer sich mit einem Webseitenbetreiber in Verbindung setzt statt sofort mit Rechtsabteilung oder Anwalt ist meiner Meinung nach schon etwas positives passiert.

  10. Pe-Su-Ki sagt:

    Darüber hatte ich auch etwas im Netz gelesen, so schnell kann es also kommen und man bekommt eine Abmahung. Schlimm nur das die Firma sich damit jetzt jede Menge an negativer Schlagzeilen erwirkt hat, aber selber Schuld kann man dazu nur sagen.

    Gruß Pe-Su-Ki

  11. Piet sagt:

    Aktuell wird ja an einigen Stellen darüber diskutiert wie schlimm diese negativen Schlagzeilen im Internet für ein Unternehmen eigentlich sind. Auf JW (Pfötchenlogo) wurde damals ja auch sehr stark von allen Seiten geschimpft, aber von einem daraus folgenden Umsatzeinbruch konnte man nirgendwo etwas lesen, oder? Solche Fälle, die ein großes Publikum im Internet beschäftigen, mit Verkaufszahlen der Folgezeit zu vergleichen fände ich persönlich mal sehr aufschlussreich.

  12. Martin sagt:

    Versteh ich jetzt nicht wie so was passieren kann. Aber so was kann eigentlich nur passieren wenn mehrere Personen den selben Account verwenden inclusive Browser/Adblock Einstellungen. Ein Beispiel mangelnder Kommunikation.

  13. Piet sagt:

    @Martin Eigentlich ganz einfach zu verstehen wenn man mal in einem Firmennetzwerk gearbeitet hat. Gleiche Software auf allen Rechnern und somit auch das selbe Ergebnis. Aber ein Beispiel mangelnder Kommunikation ist es allemal.

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