Achtung! Auf diesem Blog wird geworben

Über Blogger, bezahlte Reviews, Moralvorstellungen und Zensur

Da mich die Erlebnisse der letzten 24 Stunden extrem wurmen möchte ich hier noch einmal ein paar Worte zu diesem Thema verlieren. Es geht um Werbung, oder um näher ins Detail zu gehen, um bezahlte Reviews die durch Trigami vermittelt werden. Eine Situation die mir auf anderen Blogs, die ebenfalls Trigami Reviews veröffentlichen oder sich selbst vermarkten, bereits mehrfach begegnet ist, ist nun auch auf Netzpanorama eingetroffen.

Ein Leser beschwert sich über Werbung, bekundet wie schwer enttäuscht er ist und dass er sich durch das bezahlte Review von mir verarscht fühlt. Soweit auch sein gutes Recht, Werbung ist nicht jedermanns Sache. Was mich nun wirklich stört ist die Tatsache, dass er mich darum bittet keine unpassenden Reviews mehr zu veröffentlichen die nicht zur Thematik des Blogs passen und künftig nur noch themenbezogene Artikel zu veröffentlichen.

Themenbezogen? Wie ist denn das Thema von Netzpanorama? Ihr werdet feststellen dass diese Antwort euch wohl nicht direkt auf der Zunge liegt. Und das ist auch so beabsichtigt. Wer Ende letzten Jahres mitbekommen hat wie ich von meinem alten Blog auf Netzpanorama umgezogen bin, wird evtl. noch in Erinnerung haben was einer meiner Hauptgründe war. Genau! Ich bin auf Netzpanorama umgezogen damit ich das Themenspektrum erweitern kann, nicht dem Druck einer Nischendomain unterliege, und endlich frei schreiben kann was mich gerade interessiert. Natürlich hat Netzpanorama einige Themenbereiche die ich stärker abdecke, eben weil das eigene Interesse dort auch am stärksten angesiedelt ist.

Achtung! Auf diesem Blog wird geworben

Das muss man ja wohl mittlerweile so sagen. Werbung ist fast so alt wie das Internet selbst und wohl jeder von uns hat eine eigene Meinung dazu. Es gibt richtige Werbehasser und absolute Werbeliebhaber. Der größte Teil der Internetnutzer bewegt sich vermutlich in der Grauzone dazwischen, ich übrigens auch. Ein Fakt ist allerdings dass immer mehr Firmen die Möglichkeiten entdecken die Werbung im Internet für sie bietet. Und ebenso entdecken Webmaster & Blogger dass sie und ihre Projekte für diese Firmen interessant sind. Auch Trigami hat das erkannt und sich einen festen Platz als Vermittler zwischen Firmen & Bloggern erarbeitet.

Wo geworben wird da fließt Geld

Ein Thema bei dem scheinbar immer noch viele zusammenzucken. Aber auch dieser Punkt hat mich damals dazu veranlasst meine Energie in Netzpanorama zu stecken. Firmen wollen sich im Internet bekannt machen, und ich finde es durchaus reizvoll zu sehen was dieser Markt für mich bereithält. Nicht jeder wird das nachvollziehen können, aber ich finde Gefallen daran Netzpanorama wachsen zu sehen und gleichzeitig zu registrieren welche Resonanz dieses Wachstum bringt. Aktuell ist die Resonanz positiv, zumindest aus dem Kreis der Werbetreibenden, man möchte auf Netzpanorama werben. Und ich sage nicht nein wenn ich mit meinem Hobby auch noch gutes Geld verdienen kann.

Werbehure!

Ein relativ neuer Begriff, der oft fällt wenn man einem Blogger vorwirft käuflich zu sein. Ok, ich gebe zu, Werbung auf Netzpanorama ist käuflich. Nicht umsonst gibt es sogar eine eigene Unterseite für die Selbstvermarktung. Aber, Netzpanorama treibt es nicht mit jedem. Nach wie vor suche ich mir selbst aus über was ich hier schreibe. So habe ich in den letzten Monaten mehrfach Anfragen die richtig gutes Geld versprachen abgelehnt. Speziell im Hinblick auf Trigami werde ich auch weiterhin Angebote annehmen die mir für meinen Blog passend erscheinen und/oder anderweitig mein Interesse wecken. Denn hey, es ist mein Sender, ich bin der Programmchef.

Augen auf!

Was mich besonders stört ist die Tatsache das Leser, die ja scheinbar eine richtige Abneigung gegen Werbung haben trotzdem ihre Zeit damit verbringen Trigami-Reviews oder ähnliches zu lesen. Ich selbst lese auch nicht gerne Werbung. Nur gelegentlich, weil ich es mitunter interessant finde wie manche Blogger die Herausforderung eines Reviews angehen. Speziell Trigami Artikel sind durch den Passus “Trigami Review” ganz am Anfang sehr gut als Werbung erkennbar. Wenn man soetwas nicht mag ist exakt an dieser Stelle die Aufmerksamkeit zuende und man pickt sich den nächsten Eintrag im Feedreader heraus ohne jemals zu erfahren worum es in dem Artikel ging.

Hier schließe ich aber scheinbar unberechtigt von mir auf andere, scheinbar ist nicht jeder in der Lage, bei Dingen die ihn nicht interessieren, einfach wegzuschauen. Also wird die Werbung gelesen, und am Ende ganz enttäuscht festgestellt dass es wirklich Werbung ist. Ich selbst käme niemals auf die Idee einen anderen Blogger anzumaulen wenn er ein bezahltes Review veröffentlicht. Ich ziehe einfach weiter und warte auf seinen nächsten Artikel, vielleicht ist dieser ja wieder interessant für mich.

Moralvorstellungen

Ich weiß nicht genau welche Moral- und Wertvorstellungen da wie Gewitterwolken in der Blogosphäre umherschweben. In einigen Kreisen gilt Werbung auf einem Blog als Teufelszeug und sorgt dafür dass der Blogger geächtet werden muss. Diese Werte stammen vermutlich aus einer Zeit als ich noch nicht bloggend unterwegs war und Blogs in erster Linie Tagebücher waren. Diese Zeit ist meiner Meinung nach aber lange vorbei. Die Entwicklungen rund um WordPress haben es möglich gemacht dass man dieses CMS für alles einsetzen kann, nicht nur für das Internettagebuch. Die Blogosphäre hat sich gewandelt und beherbergt unglaublich viele Facetten. Den modernen Blog würde ich als eine Mischung aus Bilderbuch, Tagebuch, Zeitung und Community beschreiben. Der moderne Blogger erkennt die Möglichkeiten die ihm das Web 2.0 bietet, auch in finanzieller Hinsicht. So gehört auch Werbung zu einem Blog dazu.

Der lange Schwanz des letzten Reviews

Das besagte Review und der Kommentar den ich eingangs erwähnte zog heute für mich einen langen Schwanz nach sich. Der Advertiser hatte den Artikel begutachtet und war von dem Kommentar nicht sonderlich begeistert. Nicht weiter verwunderlich wie ich finde, denn dieser wirkt ja auch beabsichtigt negativ. Zwar geht das in erster Linie in meine Richtung, aber auch für den Advertiser, der für den Artikel gutes Geld bezahlt und möchte das seine Werbung in gutem Licht erscheint, ist es unerfreulich.

Der Advertiser nahm dann diesbezüglich Kontakt mit Trigami auf, welches sich wiederum per E-Mail bei mir meldete. Ich wurde freundlich gefragt ob man da was machen kann. Am liebsten hätte ich geantwortet dass ich die Kommentare direkt lösche, denn mich wurmte der Kommentar auch immer noch. Aber wäre wohl ein klassisches Beispiel für Zensur. Diese Lösung kam also nicht in Frage, denn ich lege Wert auf einen offenes Meinungsfeld und möchte dies auch meinen Lesern bieten. Zudem bin ich mir bewusst dass es für mich und Netzpanorama unter Umständen mit enormen Reputationsverlust verbunden ist wenn ich geschriebene Worte von Stammlesern einfach ungeschehen mache.

Das sah auch der Advertiser ein und ich habe zusammen mit der zuständigen Mitarbeiterin von Trigami nach einer Lösung gesucht die alle Parteien zufrieden stellt. Und tatsächlich, letztendlich habe ich einen “Ausweg” gefunden der für alle passabel ist. Statt die Kommentare von mir und 3 anderen Bloggern zu löschen habe ich die Kommentarfunktion deaktiviert und lasse die Kommentare noch für eine ganze Weile stehen, mindestens so lange bis sich der Artikel nicht mehr auf Hauptseite befindet. Zeit genug für alle meine Leser sich die Kommentare anzusehen. Erst dann, vermutlich wird es noch rund 14 Tage dauern, werde ich die Kommentare, die ja mir gelten, entfernen. In meinen Augen ein Zensürchen das letztendlich zum Ziel hat dass alle zufrieden sind.

Transparenz

Mir ist es wichtig mit diesem Artikel auf mein Vorgehen aufmerksam zu machen und es für euch transparent zu gestalten, ihr sollt die Chance haben alles nachzulesen und zudem hier im Kommentarbereich eure Meinung sagen zu können.

Wie ich künftig mit Reviews umgehen werde weiß ich noch nicht genau, sicher ist nur dass ich mir den Spaß an solchen Artikeln dadurch nicht verderben lasse. Aktuell erwäge ich für Trigami-Reviews und andere bezahlte Rezensionen die Kommentarfunktion zu deaktivieren. Aber auch diese Lösung gefällt mir noch nicht 100%ig.

Auf jeden Fall bin ich sehr gespannt auf eure Meinung und hoffe auf eine schöne Diskussion. Sei es über mein Vorgehen oder die Thematik der bezahlten Artikel im Allgemeinen.

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