Flattr Social Micropayments – der neue virtuelle Klingelbeutel

Mit Flattr ist ein neuer und innovativer Dienst an den Start gegangen über den ich hier kurz berichten möchte. Flattr, aktuell in der Beta-Phase, ist von Pirate Bay-Gründer Peter Sunde entwickelt worden und ermöglicht es Internetnutzern auf einfache Weise gute Webinhalte mit einer kleinen Spende zu belohnen.

Flattr – Der virtuelle Klingelbeutel


Einfach deshalb, weil dieser Belohnungs- oder Bezahlservice funktioniert wie viele andere Web 2.0 Dienste auch. Jeder Webmaster/Blogger kann auf seiner Seite einen Button einbinden der von der Funktion her den bekannten Buttons für Twitter, Facebook oder neuerdings auch Google Buzz  entspricht. Gefällt einem Besucher der Inhalt kann er diesen Button ganz einfach anklicken um so den Webmaster mit einem kleinen Betrag zu belohnen.

Diese Belohnung kommt natürlich nicht aus dem Nichts. Wer an Flattr teilnehmen möchte muss sich dort ein Konto einrichten und dieses mit einem monatlichen Budget aufladen. Findet man dann einen interessanten Artikel im Netz, genügt es den Flattr Button anzuklicken. Hat man sich als Nutzer ein monatliches Budget von 10 Euro gesetzt und belohnt  über den Button 20 verschiedene Artikel, so bekommen die Webmaster der Webseiten je 50 Cent. Am Monatsende wird für jeden Webmaster ermittelt wie viele Klicks er erhalten

Flattr Nutzer sollen sich natürlich untereinander auf interessante Webinhalte, wie Software, Musik oder ähnliches, hinweisen können. So wie man es von einem Social Media Dienst her kennt.

Wer kann von Flattr profitieren?

Als erstes fallen mir als WordPress-Blogger da natürlich die Plugin-Entwickler ein die sich viel Arbeit machen um uns mit nützlichen Lösungen und tollen Spielereien zu versorgen. Jeder wird schon mal Buttons gesehen haben mit denen die Plugin-Entwickler um 1 Euro bitten wenn man ihre Arbeit regelmäßig nutzt. Jedoch wird man auch schon erlebt haben dass Plugin-Entwickler die Segel streichen weil ihre Arbeit nicht gewürdigt wird, sie nur mit Supportanfragen überhäuft werden und niemand auf die Idee kommt den PayPal Button zu nutzen. Ich selbst bin da auch nicht besser, ein paar Donations habe ich zwar im letzten Jahr gemacht, aber es hätte durchaus mehr sein können in Anbetracht der Nützlichkeit verschiedener Plugins. Der Flattr Button könnte für die Entwickler so auf jeden Fall ein kleines, und verdientes, Zubrot sein.

Auch Webdesigner die hochwertige Freebies kostenlos in Netz stellen, oder die Schreiberlinge die sich hinter fantastischen Tutorials verbergen könnten so an ihre Mühe erinnern und eine kleine Belohnung erhalten.

Persönliche Bedenken

Nun, so toll und innovativ ich die Idee hinter Flattr auch finde, ich habe Bedenken. Zum einen kann Flattr nur vernünftig funktionieren wenn wirklich viele Menschen daran teilnehmen. Zum anderen ist da die Mentalität dass im Internet ja alles kostenlos ist. Natürlich gibt es einige Menschen die ihre Lieblingsblogs mit einer kleinen Spende belohnen würden und auch bereit sind für ein nützliches Plugin oder hochwertige Freebies ein paar Eurocent abzudrücken. Aber ich glaube, dass zumindest in der Deutschland der Großteil der Surfer beim Anblick solch eines Buttons höchstens müde lächeln würde.

Gute Aktivität bei Flattr wäre aber eine Möglichkeit hochwertige, kostenlose, Webinhalte beizubehalten bevor diese vielleicht künftig ins Reich der Bezahlinhalte entschwinden. Wer weiß schon was da noch kommt.

Mitmachen

Flattr ist wie gesagt noch in der Beta-Phase. Wer eine Einladung haben möchte kann auf der Homepage ganz einfach seine E-Mailadresse eintragen. Ich selbst warte noch ein bisschen ab, denn aktuell habe ich noch keinerlei Infos gesichtet dir mir sagen wie hoch die Mindesteinzahlung ist. Auch ist noch kein Blog zu entdecken der Flattr bereits einsetzt.

Die Beta-Phase soll voraussichtlich Ende März beendet sein, dann sieht man weiter. Ich denke das Flattr hierzulande frühstens im Sommer ein Thema wird. Zum Abschluss zeige ich euch noch ein Video dass das Flattr Prinzip anhand eines Kuchens gut erklärt.

Was haltet ihr von diesem Social Media Klingelbeutel? Nützlich und vielversprechend oder innovativ aber chancenlos?

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Geschrieben von: Piet Abgelegt unter: InternetNetworking

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Kommentare (16)

  1. Markus sagt:

    Hmm man muss also sagen wir mal 10 Euro einzahlen und die verteilen um selber daran teilnehmen zu können und dann am Monatsende selber vielleicht 50 Cent zu bekommen? Also ein Minus von 9,50? Das war jetzt nur eine Beispielrechnung aber ich finde das sollte man sich vor Augen halten, das es so laufen könnte.

  2. Piet sagt:

    Nichts genaues weiß man nicht. Ich kann der Seite nicht entnehmen ob man als teilnehmender Webmaster, der Buttons einbinden möchte, ebenfalls ein monatliches Budget angeben muss. Das wäre aber eigentlich ziemlich sinnfrei, also gehe ich mal davon dass es nicht so ist.

    Ich denke da sollten wir abwarten was nach der Beta-Phase zu lesen ist.

  3. Markus sagt:

    Ah ok, dann hab ich es falsch verstanden weil Du geschrieben hast …”Wer an Flattr teilnehmen möchte muss sich dort ein Konto einrichten und dieses mit einem monatlichen Budget aufladen”… Dachte das zählt dann generell. Wenn nicht ist es natürlich wieder was anderes, dann macht das schon mehr Sinn.

  4. Piet sagt:

    Ich muss sagen, ich weiß nicht ob es generell zählt, das sagt das kleine Erklärungsvideo leider auch nicht aus. Aber es würde keinen Sinn machen teilnehmende Webmaster monatlich zur Kasse zur bitten damit sie den Dienst nutzen können. Dass das verteilte Geld irgendwo herkommen muss ist klar, daher sollen die User die bereit sind hochwertige Inhalte zu belohnen ihr Konto füllen. Ich bin da momentan ziemlich gespannt was das wird.

  5. Noxed sagt:

    Schlecht finde ich die Idee nicht, ich bin mal gespannt wie sich das entwickelt, bin auf weitere Artikel von dir dies bezüglich gespannt. :-)

  6. Thorsten sagt:

    Auch wenn ich diese Idee gut finde, glaube ich, dass sie sich nicht durchsetzen wird. Wie du schon selbst geschrieben hast, im Internet MUSS alles kostenlos sein.

    Um zu verdienen müsste man Teile seines Blogs nur Mitglieder zugänglich machen. Doch dies setzt eine Alleinstellung voraus, die man mit den allgemein gängigen Themen nicht erreichen dürfte.

  7. Tim sagt:

    Die Idee generell finde ich eigentlich recht gut. Ich denke allerdings, dass es der Dienst am Anfang schwer haben wird.

    Ich bin aber mal gespannt wie es sich entwickeln wird.

  8. Piet sagt:

    @Noxed Ich werde da auf jeden Fall schnuppern wenn es soweit ist und dann vermutlich auch etwas dazu schreiben ;)

    @Thorsten Ich sage ja garnicht das alles kostenlos sein muss, nur dass sehr oft diese Mentalität anzutreffen ist. Ich selbst bin auch gerne bereit kostenpflichtige Angebote wahrzunehmen. Zwar nicht unbedingt in Bezug auf Texte, aber durchaus bei Software, Plugins usw. Und Flattr wird es ja aller vorraussicht nach möglich machen ein bisschen was zu verdienen ohne Besucher von den Inhalten auszusperren.

    @Tim Da stimme ich dir zu, es wird auf jeden Fall nicht leicht für Flattr Fuß zu fassen. Da müssen wir darauf vertrauen dass die Amis, die ich persönlich viel zahlungsfreudiger empfinde als uns Deutsche, den Start in die Wege leiten.

  9. Thorsten sagt:

    Selbst Tageszeitungen haben das Problem, dass Sie kaum User finden, die bereit sind für Inhalte zu zahlen.

    Leider herrscht diese “Ich will alles kostenlos” Mentalität bei vielen Usern vor. :(

  10. Piet sagt:

    @Thorsten Die Tageszeitungen sind ja aktuell auch ein bisschen im Gespräch deswegen, den man trifft nun immer häufig auf einen kleinen “Bezahl-Button” wenn man einen vollständigen Artikel lesen möchte. Bei anderen Inhalten wie Musik, Spiele, Software sieht das jedoch schon anders aus. Interessant zu diesem Thema ist eine aktuelle Nielsen-Studie.

  11. Martin sagt:

    Also ich finde die Idee zwar ganz gut, aber mir fehlt der Glaube daran, dass das Prinzip von Erfolg gekrönt ist. Wenn ich es überdenke, würde ich es lieber so machen, dass statt einer Summe vielleicht Coins für spezielle Links auf besonderen Webseiten gesammelt werden könnten. Allerdings bleibt da nicht unbedingt etwas für den Betreiber des Services hängen. Oder andersherum doch. Er macht seine Seite auf eine gute Art bekannt. Bin übrigens noch Internet Newbie.

  12. Walter sagt:

    Die Idee scheint so gut, dass mit Kachingle.com, Paymecredit.com oder Rewrd.com gleich noch ein paar weitere Dienste in den Startlöchern stehen.

    Das Ganze basiert auf freiwilligen Beiträgen. Ich bin froh, dass z.B. WordPress-Entwickler so gute und praktische Plugins schreiben. Ich spende den meisten einen kleinen Betrag. Mit Flattr ist das jetzt für mich noch benutzerfreundlicher.

  13. Piet sagt:

    @Walter Zumindest bei Kachingle bin ich ziemlicher sicher dass dieser Dienst bereits länger besteht als Flattr. Entwickler mit freiwilligen Spenden zu versehen ist wichtig, allerdings stellt sich die Frage ob diese Gruppe auch wirklich einer der Nutznießer von Flattr wird.

    Auf Neunetz.com gab es gestern einen sehr interessanten Artikel zu diesem Thema mit dem Titel “Wer gewinnt in einer Flattr-Welt?

  14. Robert sagt:

    So gut ich die Idee grundsätzlich finde, kann ich mir nicht vorstellen, dass das von vielen Leuten angenommen wird. Man braucht sich ja nur mal die Social News von T3N ansehen, wo man kostenlos Artikel nach oben voten kann. Noch nicht mal das wird großartig genutzt.

    Ich habe schon mal per Paypal gespendet, für eine kostenlose Schriftart, die mir sehr gut gefallen hat. Für herunterladbare Dinge ist man vermutlich noch eher bereit ein paar Cents oder Euros zu geben. Aber ob man dazu Flattr braucht – ich weiß es nicht. Wäre schön, wenn es sich bewähren könnte.

  15. Piet sagt:

    @Robert Das ist die Frage die sich momentan jeder stellt. Ich bin eigentlich auch immer noch der Meinung dass das Projekt zumindest hierzulande nicht auf fruchtbaren Boden trifft. Klar, jeder hat schon irgendwo gespendet. Ich werde auch jedes Jahr ein paar Euros los dadurch (meist für Plugins). Aber flächendeckende Akzeptanz ist eine ganz andere Hausnummer, und ich halte es auch für sehr fraglich ob die erreicht wird.

  16. Oliver Rumpf sagt:

    Also ich finde die Idee gut. Am Anfang einen Betrag festzulegen, den man ausgeben möchte kann sich jeder überlegen und sich dazu entscheiden.

    Dann haben die Bloger die Flattr nutzen einen Grund mehr, gute Artikel abzuliefern (das machen die meisten ja auch schon).

    Bisher habe ich schon über die PayPal-Donate-Funktion (vor allem bei Software) für tolle Leistung gezahlt. Vorteil: Ich kann gezielt einen bestimmten Betrag an jemanden senden.
    Kleiner Beträge habe ich aber aus Faulheit nicht gezahlt. Außerdem fällt die Beurteilung über einen “angemessenen” Betrag oft schwer. Dabei fühle ich mich oft wie im Cafe, wo ich bei 3,90 Euro überlege, ob ich “nur” 10 Cent (ist irgendwie zu wenig) oder 1,10 (ist irgendwie zu viel) bezahlen soll.

    Die Flattr-Variante (auch wenn die Summen pro Click niedrig sein mögen) stellt immerhin eine Einnahme-Möglichkeit für die Blogger dar.

    Ich finde Flattr es interessant und eine Idee die gut in die Zeit paßt.

    Die “Herumreiterei” auf den Gebühren finde ich überflüssig, denn Gebühren zahlen wir alle immer und überall, nur sind diese oft nicht so offensichtlich.

    Gruß
    Oliver Rumpf

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