Google, Google, Google und kein Ende in Sicht

In den letzten Tagen beherrscht Google wieder die Headlines vieler Blogartikel und anderer Internetpublikationen.  Es geht zum einen um Datenschutz und Privatsphäre. Dienste wie Google Analytics und Google Streetview sind im Fokus von Datenschützern und es wird vielerorts heftig darüber diskutiert und teilweise sogar gestritten. Zum anderen ist nun überall vom neuen Google Buzz zu lesen mit dem Google zum Angriff auf Portale wie Twitter oder Facebook bläst. Ebenfalls ganz neu zur Diskussion steht die Tatsache dass sich Google anschickt in den USA erste Experimente als Internetprovider zu machen.

Google Streetview

Die aktuelle Diskussion um Google Streetview lässt mich persönlich ziemlich kalt, denn mir ist es einerseits ziemlich egal ob jemand einen Schnappschuss von meiner Hausfassade macht, zum anderen ist Streetview ein Angebot das mich kaum begeisterten kann, ich habe bisher nicht nach Bilder von Straßenzügen gesucht und werde das aller Wahrscheinlichkeit nach auch künftig nicht tun.

Aktuell kann ich euch diese Links empfehlen wenn ihr euch zur Google Streetview Thematik etwas einlesen wollt.

Im weiteren Zusammenhang sind mir gestern noch diese drei lesenswerten Artikel begegnet

Google Analytics

Bei Google Analytics sieht es bei mir mit dem persönlichen Interesse schon ganz anders aus. Analytics ist eins meiner liebsten Google Kinder seitdem ich angefangen habe einen Blog zu schreiben. Hintergrund der Diskussion um Google Analytics ist die Möglichkeit dass aufgezeichnete IP Adressen von Google genutzt werden könnten um für eine spezifische IP Adresse, die durchaus einer Person oder einem Haushalt zuzuordnen ist, ein Nutzerprofil zu erstellen.

Diese Diskussion führt nun nicht nur bei mir zu Unsicherheit bzgl. des Einsatzes von Google Analytics. Auch andere Blogger machen sich Gedanken. Die Problematik ist dabei schnell erklärt, es mangelt nämlich an Alternativen. Externe Tracking- und Analysedienste bergen, soweit ich informiert bin, dasselbe Risiko wie Google Analytics. Bleibt nur noch der Griff zu Tracking- und Analysetools die man selbst hostet. Diese sprengen einem dann jedoch entweder den Geldbeutel oder sind schlichtweg unzureichend für verwöhnte Analytics-Nutzer.

Auch zu diesem Thema möchte ich euch noch ein paar lesenswerte Links an die Hand geben die mir in Erinnerung geblieben sind.

Google Buzz

Google Buzz bringt mich in eine Zwickmühle. Nachdem ich nun ein paar Blicke riskiert habe empfinde ich den neuen Dienst als eine Art Twitter-Klon. Warum Google Buzz nutzen wenn ich doch mit Twitter wirklich wunschlos glücklich bin. Ich muss an dieser Stelle gestehen dass ich mich selbst noch nicht eingehender mit Google Buzz befasst habe und meine Infos bislang nur aus anderen Blogs beziehe. Meine aktuelle Einstellung zu Google Buzz beschreibt ein Tweet von Casi ziemlich gut. „Google Buzz ist irgendwie wie meine Ex: Sieht ganz geil aus, ist aber nicht zu gebrauchen“. Diese Einstellung kann sich natürlich im Laufe der Zeit noch ändern, denn auch wenn ich mittlerweile mit Twitter verheiratet bin erinnere ich mich sehr gut daran wie skeptisch ich anfangs war. Aktuell habe ich Buzz erstmal deaktiviert und werde schauen wann ich mich wieder damit befasse.

Ein bisschen Lesestoff zum Thema Google Buzz bekommt ihr natürlich auch noch offeriert.

Google, Google, Google und kein Ende in Sicht

Speziell durch Google Buzz stellt sich bei mir wieder Frage, ob Google wirklich an jeder Front mit etwas eigenem zugegen sein muss, ja quasi das Rad neu erfinden muss. Smartphone, Browser usw. Nun steht vielleicht auch irgendwann Google als Internetprovider zur Auswahl. Man kommt ja jetzt kaum noch um Google herum, und manchmal ist es schon ein wenig erdrückend. Dienste wie Gmail, Analytics oder Adsense haben sämtliche Konkurrenz bereits um Längen abgehängt, willst du das Beste, gehst du zu Google.

Ich möchte hier keinesfalls ins selbe Horn stoßen wie Google Basher und Verschwörungstheoretiker, denn ich finde Google toll. Dienste wie Gmail, iGoogle, Analytics, Feedly und natürlich die Suchmaschine selbst wären für mich aus meinem Internetalltag nicht mehr wegzudenken, denn ich vertraue Google. Was früher das Sprichwort „Alle Wege führen nach Rom“ war, ist heute wohl mit „Alle Internetaktivitäten / Links führen irgendwann zu Google“ zu übersetzen. Google ist milliardenschwer und es ist abzusehen dass man dort auch in Zukunft daran werkelt weiter zu expandieren und wichtige Marktanteile des Internets zu dominieren. Wie sieht die Zukunft aus? Ist das Google irgendwann das Internet? Vielleicht ist diese Aussicht etwas übertrieben, aber wer hätte denn im Herbst 1998, als die erste Testversion der Suchmaschine online ging, damit gerechnet das wir 2010 so viel Google um uns herum haben und Google täglich so viele Menschen beschäftigt?

Um das Wachstum, bzw. die Expansion des Google Imperiums zu verdeutlichen gibt es ein schönes Video das ich euch zum Abschluss meines Artikels zeigen möchte. The Google Story.

Das Video endet passend mit der Frage: What next?

PS: Kennt ihr schon das Lied vom Datenkraken?

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Kommentare (10)

  1. hathead sagt:

    Das mit Analytics ist schon so eine Sache. In diesem Zusammenhang empfehle ich: schau Dir mal piwik an. Wenn man sich an die Menüführung gewöhnt hat lassen sich diesem Tool fast ebensoviele Daten entlocken wie Analytics, darüber hinaus ist es kostenfrei und kann selbst gehostet werden.

    Im Kommerziellen Bereich gibt es e-tracker. Und die halten sich sehr wohl an den deutschen Datenschutz, auch wenn es sich hier um einen externen Dienstleister handelt.

  2. Piet sagt:

    Danke für den Tipp, aber Piwik habe ich bereits im Einsatz. Natürlich, es ist zu Analysezwecken passabel, aber wegen der ungewohnten und umständlich Menüführung für mich keine vollwertige Alternative zu Analytics ;)

    Kommerzielle Dienste wie e-tracker etc. kommen für mich allerdings auch (noch) nicht in Frage.

  3. Cujo sagt:

    Ich setze Piwik seit über einem Jahr auf allen meinen Projekten ein. Meine Meinung ist dazu ein wenig gespalten. Einerseits kann es von den Funktionen her fast mit Google Analytics mithalten und vom Design her ist es diesem sogar überlegen.

    Andererseits trüben viele kleine Bugs den Spaß an den statistischen Auswertungen. Und wenn man täglich vierstellige Besucherzahlen hat, reicht ein normaler Webspace für Piwik nicht mehr aus. Bei den monatlichen Auswertungen reicht der verfügbare RAM dann nicht mehr und Piwik bricht die Ausgabe ab. Und nur für Piwik einen kompletten Server zu mieten kommt zumindest mal für mich nicht in die Tüte ;-)

  4. realloc sagt:

    Ich nutze Analytics und das wird wohl auch vorläufig so bleiben. Meine Liste der Angebote von Google, die ich außerdem nutze, ist sowieso ziemlich lang.

    Was Google Buzz bringt, kann man wohl erst in Wochen oder Monaten abschätzen. Bis dahin lasse ich es aktiviert, zumal das auch fast automatisch läuft, wenn man seine Websites und den Twitter-Account erstmal verbunden hat.

    Neben diesen ganzen Diskussionen, was Google macht oder nicht macht… Meiner Meinung nach tun sie nämlich etwas absolut Elementares. Durch das “über den Tellerrand schauen” und das Ausprobieren neuer Trends und Technologien sichern sie einfach ihr Überleben für Zukunft. Suchmaschinen, die das nicht gemacht haben und sich damit in der Vergangenheit selbst obsolet gemacht haben, kennen wir ja genug.

  5. Piet sagt:

    @Cujo Interessant, mir sagt das Design von Piwik nämlich garnicht zu, ich finde es einfach unübersichtlich, trotz der Möglichkeit ein Dashboard frei zu konfigurieren.

    Die Problematik bei hohen Besucherzahlen habe ich selbst noch nicht bemerkt, aber ich bin ja auch noch ein ganzes Stück von 4stelligen Besuchern entfernt. In so einem Fall wäre es auf jeden Fall schade extra auf einen eigenen Server umsteigen zu müssen.

    @realloc Klar, Google sichert sich das Überleben in dem man in jeder Nische einen Fuss in die Tür stellt. Aber gerade bei den letzten Projekten Wave und Buzz frage ich mich ob man das wirklich braucht oder ob es nur darum geht der Konkurrenz vorsorglich etwas vom Kuchen zu klauen.

  6. realloc sagt:

    Ich denke mal im Fall von Buzz wird einfach die Möglichkeit gesehen, etwas reißen zu können, weil es genug GMail-User gibt und sich die Google-Jungs auf lange Sicht von Facebook nicht das Wasser abgraben lassen wollen. Zu Wave kann ich eher nicht viel sagen. Ich hab es mir auch nur kurz angeschaut und das Potential noch nicht wirklich erkannt.

  7. Cujo sagt:

    @Piet Ich werde demnächst einen Artikel zu Piwik schreiben, dann werde ich einen Screenshot reinsetzen, auf dem man sieht, wie es aussieht, wenn Piwik nicht genügend RAM zur Verfügung steht. Ich warte aber noch ab, bis das nächste Update kommt, damit ich auf dem neuesten Stand bin, wenn ich den Artikel schreibe :)

  8. Piet sagt:

    @realloc User bietet Gmail definitv genug. Ich habe Buzz seit gestern wieder laufen, und ich finde es irgendwie nur nervig. Zumal ich vermute dort auch nie die schöne internationale Informationsflut zu bekommen die Twitter mir bietet. Von der Übersichtlichkeit ganz zu schweigen.

    @Cujo Wird bestimmt interessant. Ich hatte ursprünglich auch vor etwas zu Piwik zu schreiben, habe diesen Gedanken aber erstmal wieder gestrichen. Evtl. mal in einem Artikel der Analyse-Anbieter zusammenfasst.

  9. Cookie sagt:

    Hatte Buzz die erste Zeit auch links liegen gelassen. Mittlerweile hab ichs nun doch aktiviert. Denn schliesslich kann es nicht schaden, wenn z.B. mein Blog-Feed oder mein Gezwitscher oder meine Empfehlungen von Google Reader automatisch dort aufgezeigt werden (insofern man keinen Schund postet). Ausserdem ist bereits der ein oder andere interessante Kontakt hierüber entstanden. Hab übrigends erst gestern über den Reader und dessen Benefits (mit und auch ohne Buzz) einen Artikel geschrieben.

  10. Roman sagt:

    Ich finde wirklich auch, dass Google etwas übertreibt.
    Vor einigen Tagen bin ich nachts aufgewacht, es war gerade 5 Uhr morgens, weil ein Helikopter über unserem Haus schwebte. Vorne war eine Kamera angebaut und so machte das Ding zu abartigen Zeiten einen unverantwortlichen Höllenlärm. Fand das ziemlich unverschämt so früh morgens Bilder zu machen.
    Ob das nun wirklich ein Helikopter von Google war, kann ich nicht sagen, aber wer fliegt sonst so tief über kleine Mini-Straßen und dokumentiert das??

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