Mit Blogempfehlungen eine Community aufbauen

Blogvorstellungen bieten allen Beteiligten eine Win-Win Situation

Das Thema beim heutigen WebmasterFriday lautet: “Blogcheck: zwei schöne Blog-Empfehlungen”. Auch auf die Gefahr hin das ich das Thema ein wenig verfehle werde ich euch hier nur indirekt neue Blogs empfehlen. Vielmehr möchte ich kurz beschreiben warum Blogempfehlungen wichtig sind und warum wir alle regelmäßig unsere Lesequellen vorstellen sollten.

Keine Angst vor Empfehlungen

Ich erinnere mich noch recht gut an den Tag als mir das Thema Blogvorstellungen zum ersten mal begegnete. Mein damaliger Blog war vermutlich noch keine 2 Wochen alt. Mein erster Gedanke war: Warum soll ich andere Blogs empfehlen? Mich empfiehlt doch auch niemand!”. Und natürlich hatte ich die Sorge dass meine wenigen Leser mir den Rücken zukehren wenn ich ihnen andere Blogs vorstelle. Also habe ich das Thema schnell wieder verdrängt. Mit Blick zurück, ein Anfängerfehler den man aber durchaus machen darf.

Heute weiß ich das man keine Angst vor Blogempfehlungen haben muss, sondern diese sogar fest einplanen sollte. Denn Empfehlungen sind ein sehr guter Einstieg in die Blogosphäre und die Angst vor Leserschwund ist absolut unbegründet. Das Gegenteil ist der Fall.

Win-Win Situation

Durch Blogempfehlungen ensteht meiner Meinung nach eine Win-Win Situation, also alle Beteiligten gewinnen. Der empfehlende Blog wie auch der empfohlene Blog. Der erste Schritt um selbst zu gewinnen ist die Bereitschaft etwas zu geben. In diesem Fall ist es die Empfehlung eines anderen Blogs den man gerne liest. Und demzufolge natürlich auch mindestens ein Link auf diesen Blog. In den meisten Fällen bemerkt ein Blogger wenn er irgendwo empfohlen wurde und schaut sich auch an wer ihn da empfiehlt.

Ich selbst habe hier in meiner “Neues Futter für eure Feedreader” Serie bereits einige Blogs vorgestellt. Mit vielen Bloggern bin ich dadurch ins Gespräch gekommen und habe auch einige neue Feedleser gewonnen. Einige haben sich ebenfalls mit einer Vorstellung von Netzpanorama revanchiert oder wir haben uns gegenseitig in der Blogroll verlinkt. Die vorgestellten Blogs gewinnen durch meine Empfehlung in der Regel ein paar neue Leser und Abonnenten sowie einen Backlink.

Meine bisherigen Blogempfehlungen findet ihr hier

Ich werde auch künftig weitere Blog empfehlen, bevorzugt kleine Blogs die noch recht neu sind und Aufmerksamkeit brauchen. Natürlich kann man auch die (von mir) sogenannten BigBlogs vorstellen die die deutschen Lesercharts und andere Blogcharts wie z.B. bei dem neuen Dienst Bloxia dominieren, ich persönlich finde das jedoch etwas fade und stelle lieber Blogs vor die noch nicht jeder kennt. Es ist ein schönes Gefühl auf neu entdeckten Blogs nach einer Empfehlung die Gesichter zu sehen die man auch von seinem eigenen Blog kennt.

Mit Empfehlungen eine Community aufbauen

Wie man unschwer erkennen kann führen Blogempfehlungen zum Aufbau einer kleinen Community, einer Gemeinschaft von Bloggern die sich alle untereinander verfolgen und sich mit Kommentaren und Links unterstützen. Genau dieser Punkt muss meiner Meinung nach auch künftig noch fokussiert werden von den deutschen Bloggern. Das Musterbeispiel wie soetwas funktioniert ist die amerikanische Blogosphäre. Viele amerikanische Blogger featuren sich und ihre Artikel immer wieder gegenseitig. Häufig werden lange Artikel geschrieben nur um auf einen guten Artikel eines anderen Bloggers hinzuweisen. Das Konzept funktioniert, viele Blogs weisen Zugriffszahlen auf von denen hierzulande nur geträumt werden kann. Natürlich kann man einwenden dass die amerikanische Blogosphäre generell viel mehr Leser erreicht als die deutsche. Das stimmt, und obwohl wir vermutlich niemals solche eine Verbreitung erreichen, können wir hier in DE noch einiges tun um Leser und Abonnenten zu teilen. Es gibt noch wahnsinnig viele gute Blogs die ein Dasein als Mauerblümchen fristen. Mit Empfehlungen könnt ihr euren Lesern helfen diese zu entdecken.

Auch Quellenangaben sind Blogempfehlungen

Zumindest empfinde ich es so. Auch hier muss ich wieder mit dem Finger auf die Amis zeigen, denn bei denen funktioniert die Nennung von Quellen die zu einem Artikel angeregt haben ganz wunderbar. Wir, und da spreche ich mich auch nicht von frei, sind etwas geiziger bei solchen Nennungen. Warum das so ist kann ich auch nur vermuten. Evtl. will man nicht als Abschreiber gelten wenn man Themen aufgreift die es schon auf anderen Blogs gab, oder man möchte dem Leser vermitteln das neue Artikel immer zu 100% eigene Ideen sind.

Fortschritte sind erkennbar

Positiv ist, dass mittlerweile viele Blogger das Potential von Blogempfehlungen erkennen. So wurde zum Beispiel erst kürzlich die Aktion “Ein Herz für Blogs” wiederholt. Erstmals auf Stylespion.de ins Leben gerufen hat in diesem Jahr uarrr.org die Aktion weitergeführt. Bereits zum 3. mal haben nun viele Blogger anderen Bloggern ein geschenkt.

Auch auf anderen Blogs gibt es vergleichbare Aufrufe und Aktionen. Spontan fallen mir der “FeedAbo Day” auf Crazytoast.de oder die Liste “125 traumhafte deutsche Blogs: It’s only Blog’n’Roll” auf Yuccatree.de ein die mit sonntäglichen Blogvorstellungen weitergeführt wird. Natürlich gibt es noch viele weitere solche Aufrufe und Aktionen. Wenn ihr weitere Blogs kennt die zu Aktionen wie Ein Herz für Blogs” oder dem FeedAbo Day aufrufen würde ich mich über einen kurzen Kommentar mit Hinweis auf den jeweiligen Blog sehr freuen.

Hat also bisher noch niemand euren Blog empfohlen, so ist das kein Grund zu verzagen. Macht einfach selbst den ersten Schritt machen und teilt euren Lesern mit wen ihr gerne lest. Solche Blogvorstellungen sind übrigens eine tolle Alternative wenn man gerade nicht weiß worüber man als nächstes schreiben soll. Sie gehen meistens sehr leicht von der Hand und passen meiner Meinung nach thematisch auf jeden Blog.

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Kommentare (8)

  1. Frank sagt:

    Sehr schöner Artikel, da stimme ich Dir in allen Punkten zu, ich bin zwar noch total neu in der Blogosphäre aber verlinke gern auf andere Artikel und/oder Blogs.

    Ich denke auch, dass dieser Trend weiter fort gesetzt wird.

  2. Piet sagt:

    @Frank Optimal wenn du das von Beginn an so handhabst. Heute hast du ja duch das WebmasterFriday Thema auch selbst schon ein paar Links gesammelt. Ein super Start. Für den 4. Teil meiner Serie habe ich deinen Blog auch schon fest eingeplant :)

  3. Frank sagt:

    Ja, von zwei Blogs wurde ich heute empfohlen damit hätte ich nach einer Woche gar nicht gerechnet. ;-)

  4. Patrick sagt:

    Ein sehr schöner Artikel, der meiner Ansicht nach nicht am Thema vorbei geht, es ist lediglich eine andere Betrachtungsweise.

    Sehr wichtig ist, wie du auch festgestellt hast, keine Angst zu haben etwas zu empfehlen oder einfach auf etwas anderes zu verlinken. Es ist immer wieder wichtig seinen Lesen weitere Informationsquellen zu bieten – aber auch hier gilt: in Maßen nicht in Massen :-)

    Vielmehr brauch ich dazu ja nicht sagen, empfohlen habe ich dich ja schon. Sowohl auf Twitter, als auch auf meinem Blog!

    Liebe Grüße

  5. Piet sagt:

    @Frank Unverhofft kommt oft. Wie gesagt, eine gute Starthilfe, ich denke du machst da auch was raus :)

    @Patrick Hm, naja. Letztendlich ging es darum 2 Blogs vorzustellen und kein Referat über Blogvorstellungen zu halten, aber freue mich das dir der Artikel gefallen hat. Ich danke dir auch hier nochmal für die tolle Empfehlung. Echt super!

  6. Schnurpsel sagt:

    Genau. Eine unkonventionelle Herangehensweise an ein Thema ist immer eine Bereicherung. Insofern ist der Artikel absolut themenrelevant, auf seine Weise.

    Für mich stand der Kernsatz schon ganz oben:

    “… Warum soll ich andere Blogs empfehlen? Mich empfiehlt doch auch niemand! …”

    Leider wollen viele heutzutage immer eine unmittelbare Gegenleistung haben, kein nur einfach Geben, immer auch Nehmen. Immer muß ein Gewinn für einen selbst herausspringen. Win-Win-Win-Win-Win

    Das wird irgendwann ein schlimmes Ende nehmen…

  7. Piet sagt:

    @Schnurpsel Ich vermute der Wille immer eine unmittelbare Gegenleistung zu erhalten hat sich bei vielen eingeprägt. Woher das kommt weiß ich nicht? Evtl. ist für viele Blogger der, im Hinterkopf allgegenwärtige, Linkaufbau ein Grund auf dafür. Ich weiß es nicht. Ich glaube jedoch auch nicht das es ein schlimmes Ende nehmen wird, viele viele Blogs deren Feeds ich abonniert habe, haben in den letzten Wochen andere Blogs empfohlen, und das scheinbar ohne unmittelbare Gegenleistung.

    An den eigenen Gewinn zu denken halte ich jedoch nicht für verkehrt. Denn so gesehen sind ja auch zufriedene Leser und erfreute Blog-Nachbarn ein Gewinn für jeden Blogger.

  8. Tanja sagt:

    Danke für die Empfehlung :-)

    Früher oder später wird es sich immer bezahlt machen, wenn man andere Blogs verlinkt. Vielleicht nicht unbedingt gleich und auch nicht unbedingt von den selben, aber ich glaube immer noch an das Gesetz des Ausgleichs, das von irgendwoher immer kommt. Nur wer gibt wird auch erhalten ;-)

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