Musik von gestern: Ananda Shankar
Entdeckungen am Schallplattenstand
Die aktuellen Charts, moderne Discohits und Clubsounds, alles nicht mein Ding. Ich falle mit meinem Musikgeschmack schon seit einigen Jahren etwas aus der Reihe und begeistere mich eher für Klänge fernab des Mainstreams, bevorzugt Gitarrenklänge aus Rock & Heavy Metal mit allen ihren Subgenres, aber auch Blues & Jazz kommen nicht zu kurz. Deshalb steht schon seit längerem auch Musik von gestern wieder auf meinem akkustischen Speiseplan. Die 60er und 70er Jahre haben unglaublich viele hervorragende Künstler hervorgebracht die heute jedoch nicht mehr sonderlich bekannt sind, außer bei denen die sich schon damals für diese Musik begeistert haben.
Vor diesem Hintergrund bin ich bei meinem gestrigen Trödelmarktbesuch natürlich, mal wieder, an einem Plattenstand kleben geblieben. Platten? Ja genau, Schallplatten. Heute auch nicht mehr sonderlich verbreitet, obgleich sie langsam wieder trendig werden (Retrokult?) und sogar manch aktuelles Album wieder in kleiner Serie auf Schallplatte zu finden ist.
Nun stehe ich also an diesem Plattenstand, umringt von Männern die vom Alter her wohl allesamt meine Väter sein könnten, und stöbere in der Vergangenheit. Während ich und andere also begeistert die große Auswahl an Musik bestaunen die sich in den Kisten verbirgt, kramt der Inhaber des Plattenstands selbst auch immer wieder in seinen Kisten und fischt gelegentlich eine LP heraus um sie auf seinem Plattenspieler anzuspielen. Ein Musikjunkie auf Maximallevel, das merkte man schnell.
Als er dann nach einer Weile mal wieder die Platte wechselte, merkte ich sehr schnell dass mir das was da lief sehr gut ins Ohr passte und ich fragte nach was da läuft. Die Antwort: Das ist Ananda Shankar.
Von dem hatte ich vorher noch nie etwas gehört, aber was mir ans Ohr drang, unterstrichen von dem einzigartigen Sound eines Plattenspielers, gefiel wirklich richtig gut. Rockige Sounds, dominiert von einer Sitar, einem indischen Zupfinstrument mit wunderbarem Klang.
Zuhause angekommen musste ich mich dann erstmal in Ruhe über Ananda Shankar informieren. Geboren 1942 in Indien, in den 60er Jahren nach Los Angeles gegangen um dort mit vielen angesagten Musikern dieser Zeit zusammen zu spielen, unter anderem Jimi Hendrix. Gestorben ist der gute bereits 1999 nach einem Leben für die Musik. Glücklicherweise gibt es YouTube und ich konnte nochmals in aller Ruhe in die Werke von Ananda Shankar reinhören. Auch zuhause toller Klang, rockig und durch die Sitar gleichzeitig ein toller Sound zum chillen. Das musste ich haben.
Da ich es versäumt hatte die Platte auf dem Trödelmarkt zu kaufen musste ich mir einen anderen Weg suchen um die gewünschte Klänge in Zukunft konsumieren zu können. Also auf zu Amazon, da warteten schon diverse Alben von Ananda Shankar auf mich. Schnell das herausgesucht welches ich auf dem Trödelmarkt als Schallplatte gehört hatte und bestellt. Übrigens gleich 2 Premieren für mich. Erstmals habe ich ein MP3 Album gekauft und erstmals die 1-Click funktion von Amazon genutzt. Schön dass man sich schnell mit Musik versorgen kann.
Allerdings werde ich die Platte bestimmt auch irgendwann kaufen wenn sie mir wieder begegnen sollte. Eine gepflegte Musiksammlung auf CD und Schallplatte ist einfach Kult für mich. Während ich diese Zeilen tippe durchflutet übrigens der wunderbar rockige Sitarsound das Büro.
Für alle Neugierigen habe ich mal ein Stück von Ananda Shankar rausgepickt zu dem es auch ein Video auf YouTube gibt. Eine Coverversion des Klassikers Light my Fire. Viel Spaß damit. Wie gefällt euch der Sound von Ananda Shankar?
httpv://www.youtube.com/watch?v=ZGa2Xbp-VPc
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Hallo Piet,
es stimmt, in den beiden Jahrzehnten gab es viele gute Musiker, die heute nicht mehr bekannt sind. Und Vinyl kommt wieder, denn so gut wie eine CD klingt, es fehlt das rauschen
Lieben Gruß und einen schönen Sonntag
Michael
Ja, es gibt schon ein paar gute Lieder aus den Jahren. Und ja, ich als kleiner Hobby-DJ (Hands up/Dance) lege gerne mit Vinyls auf. Finde Platten allgemein besser als CD’s ^^
@Michael Ich würds nicht unbedingt rauschen nennen, nicht jede Schallplatte rauscht, es ist irgendwas anderes was den Klang für mich so einzigartig macht
@Noxed Was ist denn Hands up? So allgemeine Partymusik?
@Piet: ok, rauschen war der verkehrte Begriff, eine Schallplatte knackt ab und an und knistert, das meinte ich, kein Rauschen wie “falscher Radiosender”. Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine.
@Michael Ich hab dich schon verstanden, aber ich glaube wir meinen verschiedene Dinge *g* Ich hab versucht Klang zu beschreiben, keine Störgeräusche wie rauschen, knacken und Co.
@Piet: stimmt, irgendwie ist der Klang einer Schallplatte voluminöser, habe einige Alben im direkten Vergleich gehört, also Vinyl und CD. Vinyl klingt besser.
@Michael So kann man es ausdrücken, ich hätte jetzt “druckvoll, aber weniger digital geschrieben. Man sieht, eine Schallplatte ist ein Klangerlebnis, wobei ich nicht sagen möchte das Vinyl immer besser klingt.
Ich hatte mal das Vergnügen knapp eine Stunde lang in meinem Musikzimmer verbringen zu dürfen in das der Hausherr nach eigener Aussage knapp 100.000 Euro gesteckt hatte. War für mich das perfekte Akustikerlebnis, da hätte ich damals am liebsten den Sommerurlaub verbracht..
Ich erinnere mich an eine Schallplatte, die nicht zuende lief, da die letzte Rille immer quasi zurück sprang, sowas wäre bei einer CD nicht möglich
Das springen war Absicht.
Ich als Fließbandmusik-Generationenkind sage einfach mal: groovy!