Social Payment Konzept – Downloads mit einem Tweet bezahlen
Paywithatweet.com macht das eigene Netzwerk zum Zahlungsmittel
Gestern Mittag bin ich über Twitter auf das scheinbar noch sehr unbekannte Projekt Paywithatweet.com gestoßen. Nach kurzem Stöbern hat mich die Idee dieser Seite absolut überzeugt. Aus diesem Grund fühle ich mich auch einfach dazu gezwungen in einem kurzen Artikel darüber zu berichten, denn das ist in meinen Augen wirklich mal ein richtig schickes Netzfundstück.
Der Domainname verrät im Grunde schon worum es bei diesem Projekt geht. Paywithatweet.com versteht sich als ein Social Payment System. Nicht unähnlich dem Grundgedanken der auch hinter Flattr steckt, welches ja immer noch auf seinem kleinen Siegeszug durch die Blogosphäre ist. Allerdings spielt Geld bei diesem Social Payment System, ganz im Gegensatz zu Flattr, absolut keine Rolle.
Potential von Social Media erkannt?
Die Macher von Paywithatweet.com haben erkannt welches Potential Social Media bietet und welcher Mehrwert sich hinter der Verbreitung einer Botschaft in sozialen Netzwerken verbirgt. Sie liegen meiner Meinung nach richtig mit der Behauptung dass derartige Empfehlungen manchmal mehr wert sind als bares Geld. Und genau das ist das Prinzip von Paywithatweet.com. Sie bieten nun jedem die Möglichkeit an, einem Download eine Empfehlung auf Twitter vorzuschalten.
Ein kleines Beispiel: Ein Entwickler hat ein WordPress Theme fertig gestellt dass er nun unters Volk bringen möchte. Er möchte es zum Download anbieten, dafür jedoch angesichts großer Konkurrenz im Premium Theme Segment kein Geld verlangen. Mit Paywithatweet.com kann er sich trotzdem dafür belohnen lassen. Möchte ein Besucher das Theme downloaden, muss er zuerst einen Tweet absenden dessen Text der Entwickler vorher festgelegt hat.
Zahlungsmittel ist das eigene Netzwerk
Dadurch verbreitet sich die Nachricht über das kostenlose Theme mit jedem weiteren Download, was für den Entwickler vermutlich viele neue Besucher bringen wird. Und viele Besucher sind gut, egal aus welcher Perspektive man das betrachtet. Ich werfe mal Selbstvermarktung, Werbung und Reputation im WWW in den Raum. Es gibt natürlich noch viele weitere Gründe. Ein weiterer Vorteil dieser Art der Bezahlung ist die Tatsache, dass auch dem Besucher keine Kosten entstehen. Er bezahlt mit dem Wert seines Netzwerks auf Twitter und empfiehlt seinen Followern mit ähnlichen Interessen im Idealfall noch ein interessantes Produkt. Wird ein hochwertiges Produkt angeboten kann diese Form des Social Payments meiner Meinung nach zu einem richtigen Boom führen. Diese Art der bezahlten Downloads ist natürlich nicht nur für Entwickler interessant. Jeder der etwas virtuelles anzubieten hat und auf das einsammeln von Spenden verzichten möchte kann davon profitieren.
Der einzige Nachteil dieses Systems
Klarer Nachteil ist jedoch, dass man mit dieser Methode auch immer einige potentielle Nutzer des eigenen Produktes ausschließt. Auch wenn die Nutzerzahlen bei Twitter steigen, bei weitem nicht jeder Internetnutzer hat auch gleichzeitig einen Twitter-Account oder wäre bereit einen anzulegen.
Ausprobieren?
Trotz dieses Nachteils finde ich das Konzept einfach hervorragend. Würde ich hier Downloads in Form von Freebies anbieten, so würde ich das System auf jeden Fall ausprobieren. Wer mehr erfahren möchte schaut einfach auf Paywithatweet.com vorbei. Dort könnt ihr den Download für einen Tweet direkt ausprobieren und ein E-Book herunterladen. Unter “Sell with a tweet” kann man auch ganz einfach und kostenlos einen eigenen “Pay with a Tweet” Button erstellen.
Ich wünsche euch viel Spaß beim ausprobieren, vielleicht kann ich so einen Button ja bald bei dem ein oder anderen in Aktion sehen? Bleibt eigentlich nur noch die Frage wann es das selbe Konzept für Facebook gibt. Die Share-Funktion wartet. Was haltet ihr von dieser Form des Social Payments? Geniale Idee oder absoluter Blödsinn?
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Finde ich nicht schlecht. Denke das Potential ist höher als bei Flttr.
Danke für den Tipp, wird auf jeden Fall in die Hall of Fame meiner Bookmarks übernommen. Man weiß ja nie…
Liebe Mittwochsgrüße
Erdbeere
Klingt auf jeden Fall interessant, auch wenn Twitter wieder einmal als Allinclusive-Rundum-Sorglospaket verwendet wird.
Ja gut, ich bin kein großer Twitter-Fan, aber in letzter Zeit wird Twitter in alles Mögliche integriert.
Warum sollte das schlecht sein?
Im Gegensatz zu WordPress reden wir soweit ich weiß bei Twitter nicht von OpenSource.
Twitter bekommt eben eine Machtposition, die auch bei weitaus weniger Traffic und Besuchern bald zwar auf einer anderen Ebene, aber vergleichbar mit der Machtposition Googles wäre.
Vielleicht sehe ich das aber auch alles ein bisschen zu kritisch.
@Erdbeere Wenn du irgendwann mal etwas zum Download anbietest hast du auf jeden Fall ein passendes Lesezeichen zur Hand
@Tarik Ich finde du siehst das zu kritisch. Google, Twitter, Facebook und Co. Das sind nunmal momentan die Platzhirsche des aktuellen Internets, und allesamt kostenlos nutzbar. Ich verstehe nicht was es bringen soll da direkt von Machtpositionen zu sprechen und die starke Nutzung und Verbreitung von Twitter negativ erscheinen zu lassen. Das klingt bald so als würde Twitter dadurch dann irgendwann die Diktatur ausrufen. Twitter ist ein tolles Tool, ich bin der Meinung es kann das Netz nur bereichern wenn auch noch andere Dinge (Tools, Webseiten) beginnen mit dem Social Media Chameleon Twitter zu interagieren.
Du hast schon Recht, nicht jeder nutzt Twitter oder nutzt es regelmäßig aber Twitter ist eben auch ein sehr schnelles Medium. Die Idee an sich finde ich aber trotzdem genial, erinnert mich an die andere Virales Marketing Masche, wo man etwas downloaden konnte, wenn man an 5 Freunde oder so eine Einladungsmail für dieses Produkt schickt.
Der Nachteil liegt vielleicht auch daran, dass man etwas empfehlen muss, was man ja selber noch gar nicht kennt. Man twittert sozusagen ja schon vor dem Lesen einen E-Books oder so.
Bin jedenfalls mal gespannt, ob dies auch im deutschsprachigen Raum seine Verwendung finden wird aber mit Flattr wird ich dies gar nicht vergleichen.
@Frank Es ist eine Form von viralem Marketing, ganz klar. Ob man das Produkt mit dem Tweet wirklich empfiehlt liegt am Autor selbst, er gibt den Text vor der getwittert wird. Es kann also auch einfach ein Hinweis auf den Download sein, ohne Wertungen wie toll, spitze, klasse, usw. Der Vergleich mit Flattr passt nur dahin gehend das sich beides als Social Payment System verkauft und auf der selben Funktion, nämlich einem Buttonklick, beruht.
Mhh schwer zu sagen, was ich von dieser Idee halten soll. Auf der einen Seite klingt es gar nicht so schlecht, da beide Seiten davon profitieren.
Derjenige, der etwas anbietet bekommt kostenlos etwas Werbung und der andere bekommt etwas kostenlos zum Download. Allerdings denke ich auch, wie du oben richtigerweise schreibst, dass viele Besucher Twitter gar nicht verwenden. Hinzukommt, dass man ja eigentlich für etwas Werbung macht, dass man noch gar nicht beurteilen kann, da der Download doch wohl erst startet, wenn der Tweet gesendet wurde. So könnte es schnell passieren, dass man für irgendeinen Mist Werbung macht.
Gleichzeit bin ich weiterhin davon überzeugt, gute und qualitative Inhalte werden sowieso bei Twitter weitergetragen. So bräuchte man diese Art von Werbung erst gar nicht. Es kommt wohl wirklich auf einen Test an, um sich abschließend ein Urteil bilden zu können.
@Alexander Es bleibt Aufgabe derjenigen die mit einem Tweet bezahlt werden die jeweiligen Texte vernünftig zu verfassen. Aber ist absehbar dass auch für viel Mist Werbung gemacht werden wird wenn das Konzept greift. Dubiose Internetmarketer sind ja die Speerspitze der eifrigen Tester was Twitter-Features angeht.
Du hast aber in sofern Recht, dass gute Inhalte automatisch auf Twitter verbreitet werden. Bestes Beispiel ist ein PSD File eines Bloglayouts vom SmashingMagazine, das derzeit die Runde auf Twitter macht. Es gibt noch viele weitere hochwertige Freebies im Netz, der Dienst würde dabei helfen diese schneller bekannt zu machen. Denn nicht jeder hat die Reichweite eines SmashingMagazines